DOUV-Logo
 
DOUV-Logo.

DOUV-Mitglieder Login

Patientenportal

Überdosierung mit Vitamin D

07.01.2018

Hinweise auf eine Hypercalcämie nach Überdosierung mit Vitamin D.

Warnung vor Überdosierung

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weist aktuell auf die Risiken einer Vitamin-D-Supplementation ohne fachliche Kontraolle hin. Sie stellt dazu zwei Fallbeispiele vor.

Eine 78-jährige Patientin (A) und ein 60-jähriger Patient (B) hatten sich demnach eigenständig Vitamin-D-haltige Präparate besorgt und täglich hohe Dosen (A: Vitamin D3 10.000 IE/d; B: "Vitamin D" 50.000 IE/d) eingenommen. Beide entwickelten ein akutes Nierenversagen bei ausgeprägter Hyperkalzämie, wie die AkdÄ berichtet. Hinweise auf andere Ursachen für das Nierenversagen gab es nicht.

Während sich der Zustand der Patientin A unter forcierter diuretischer Therapie und Kortisongabe besserte, entwickelte Patient B schwere Komplikationen. Er trug letztlich eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz davon.

Wann ist eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D ratsam?

Sollte die körpereigene Produktion von wirksamen Vitamin D nicht ausreichen (z. B. bei mangelnder UV-Bestrahlung durch fehlende Sonneneinwirkung), können Cholecalciferol ("Vitamin D3") oder Ergocalciferol ("Vitamin D2") als Tabletten eingenommen werden. Eine Dosierung von 800 IE/d reicht dann in der Regel aus! Höhere Dosierungen erfordern stets die ärztliche Aufsicht und regelmäßige Kontrollen des Vitamin-D-Status!

Die für die tägliche Aufnahme von der Europäischen Lebensmittelbehörde festgelegte Obergrenze ist zu strikt zu beachten! Sie beträgt für Heranwachsende und Erwachsene100 μg/Tag bzw.4000 IE/Tag.

Als problematisch wertet die AkdÄ, dass teilweise hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel (ggf. von ausländischen Anbietern) im Internet erworben werden könnten, wie auch in den oben dargestellten Fällen geschehen.

Vitamin-D-haltige Fertigarzneimittel mit einer Tagesdosis über 1000 IE sind aus Gründen möglicher Komplikationen verschreibungspflichtig.

Wegen der genannten Risiken ist Patienten daher davon abzuraten, eigenständig hoch dosiert Vitamin-D-Präparate einzunehmen!

Quelle:



zurück