DOUV-Logo
 
DOUV-Logo.

DOUV-Mitglieder Login

Patientenportal

Wenn der Stoßdämpfer im Rücken schmerzt

05.12.2017

Der Vorsitzende des DEUTSCHEN ORTHOPÄDEN- UND UNFALLCHIRURGENVERBANDS (DOUV) äußert sich zu Rückenschmerzen unter Beteiligung des Ileosakralgelenks auf Spiegel Online.

Das Iliosakralgelenk (ISG) sitzt auf beiden Seiten ganz unten im Rücken und ist ein straffes, wenig bewegliches Gelenk mit einer engen Gelenkhöhle. Es wird aus der Gelenkfläche am Os sacrum (Kreuzbein) und am Os ilium (Darmbein) gebildet. Beide Knochen bilden zusammen mit dem Os pubis (Schambein) das knöcherne Becken. Aus den knöchernen Anteilen des ISG ergibt sich die deutschsprachige Bezeichnung "Kreuzdarmbeingelenk" (Bild 1 Wikipedia, Bild 2 Wikipedia).

Nicht selten verursacht das Ileosakralgelenk Schmerzen, die der Betroffene kaum zuordnen kann. Zwar äußern sich Probleme mit dem Iliosakralgelenk meistens als einseitige Schmerzen im unteren Rückenbereich, doch sie können auch in Richtung Oberschenkel, Po, in die Leistengegend, den Bauch oder sogar bis zum Fuß ausstrahlen.

Schwierigkeiten mit dem Iliosakralgelenk kann prinzipiell jeder bekommen. Aber Menschen, die recht wenig Sport machen, sind häufiger betroffen".

Wer über mehrere Wochen Rückenschmerzen hat, sollte die Ursache unbedingt von einem Facharzt abklären lassen. Stellt sich heraus, dass tatsächlich das Iliosakralgelenk die Schmerzen verursacht, wird zu Bewegung geraten. Wenn der Schmerz dafür zu stark ist, kann ein Schmerzmittel die Bewegung erleichtern.

Wichtig ist vor allem, die Bauchmuskulatur zu stärken, um den Rücken zu entlasten. Das gilt nicht nur, wenn Menschen bereits Schmerzen haben. Jeder Orthopäde empfiehlt, die Bauchmuskulatur auch vorsorglich zu trainieren.

Sich zu schonen oder Bewegung zu vermeiden, ist in den meisten Fällen vom Grundgedanken falsch.

Ist das ohnehin schon straffe ISG in seiner Bewegung noch weiter eingeschränkt - Ärzte nennen das Blockade -, kann der Arzt zunächst versuchen, diese zu lösen. Danach führt der Patient täglich 15 Minuten lang in Eigenregie Übungen durch, die die Rumpfmuskulatur stärken. Das Wohlbefinden verbessern können auch Massagen oder Wärmetherapie.

Operiert wird am ISG nur in absoluten Ausnahmefällen, etwa nach einem komplizierten Beckenbruch.

Quelle:



zurück